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Wie der Islam nach Europa kam

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„Europa macht Schule“ am Mariengymnasium 

Brot mit Olivenöl und Zucker – das gibt es traditionell am Unabhängigkeitstag (28. Februar) in Andalusien, der südlichsten Region Spaniens. Für die Klasse 9D des Mariengymnasiums gab es dieses Gericht bereits ein paar Tage vorher. Im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ vermittelte der spanische Student Alejandro Mejias Delgado einen aufschlussreichen Einblick in sein Heimatland. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Pädagogischen Austauschdienst gefördert und bietet deutschen Schulklassen die Möglichkeit, Europa auf eine lebendige Weise kennenzulernen.

So ergriff Delgado, der in Münster Sprachen studiert, die Gelegenheit, ein für ihn persönlich wichtiges Thema anzusprechen: Entgegen der aktuellen Wahrnehmung habe es in Europa Zeiten gegeben, in denen Christen viel von der islamischen Kultur gelernt haben. Delgado beginnt mit dem Hinweis, dass der deutsche Wortschatz viele Wörter maurischen Ursprungs enthält. „Sind Zucker oder Koffer wirklich deutsche Wörter?“ „Und wie kamen die Orange und die Aprikose nach Europa?“ Die Überraschung bei den Schülern ist groß, denn keiner hätte gedacht, dass sowohl die Wörter als auch die Früchte erst seit der Eroberung Spaniens durch die Mauren sich im europäischen Kulturkreis verbreitet haben. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen dann die Geschichte, Religion und Architektur von al-Andalus, womit der Machtbereich des Kalifen auf spanischem Boden bezeichnet wird. In dieser Periode, die im Sommer 711 beginnt, leben Christen, Juden und Muslime friedlich zusammen, betont der begeisterte Student mit einem kurzen Hinweis auf die aktuellen Probleme der Flüchtlingskrise und religiösen Intoleranz in vielen Ländern.

Zum Abschluss entführt der Gast aus Spanien die Schüler auf einen virtuellen 3D-Rundgang durch die berühmte Burganlage Alhambra in Granada und dann nach Cordoba. „Sehr beeindruckend“, hört man aus den Reihen der Schüler. Aber Olivenöl mit Zucker? Da gehen die Meinungen doch stark auseinander.

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