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Wem die Kunst das Leben ist –

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Verabschiedung von Frau Oberstudienrätin Mechthild Darquenne-Danwerth in den Ruhestand

Bericht von Bernhard Drestomark

„Wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist große Kunst“ – ist vielleicht die markanteste Zusammenfassung der beruflichen Tätigkeit und des privaten Lebens von Frau Mechthild Darquenne-Danwerth, Kunst- und Französischlehrerin am unserer Schule, die am letzten Freitag offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Unsere Schulleiterin, Frau StD’ Uta Schmitz-Molkewehrum bedauerte gleich zu Anfang ihrer Rede, das Multitalent aus Milte nur ein Jahr lang kennengelernt zu haben. Sie übermittelte den Dank der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für 36 Jahre Schuldienst in Form einer Urkunde.

In den sich anschließenden Festreden ließen Frau Sabine Schwedhelm, stellvertretend für die Fachschaft Französisch, und Frau Maria Holthaus, stellvertretend für die Fachschaft Kunst, die Jahre von Frau Darquenne-Danwerths schulischem Wirken Revue passieren und hoben ihr überaus großes Engagement sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch allgemein für das MGW hervor.

Nach dem Abitur in Osnabrück 1972 studierte Frau Mechthild Darquenne-Danwerth an der Gesamthochschule und Kunstakademie in Kassel. Ihr Vater hatte darauf bestanden, dass sie neben der „brotlosen Kunst“ ein anständiges Fach studierte: Französisch – ein Fach „ohne Farbspritzer und stundenlanges Wegräumen von Materialien“, wie die künftige Pensionärin ergänzte. Das Angebot der Kunstakademie Düsseldorf, bei Joseph Beuys zu studieren, kam da zu spät.

Nach dem Studium in Kassel 1977 absolvierte sie ihre Referendarzeit am Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen und trat u. a. auf Drängen der Elternschaft des Freiherr-vom-Stein–Gymnasiums in Münster, die für ihre Kinder einen Leistungskurs Kunst angeboten sehen wollten, ihre erste Stelle 1980 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster an. Da sie auf Dauer nicht die 26 Ampeln zwischen dem Wohnort ihrer Familie in Milte und Münster allmorgend- und mittäglich passieren wollte, stellte sie 1992 einen Versetzungsantrag nach Warendorf, wo sie zwölf Jahre lang zunächst am Gymnasium Laurentianum unterrichtete. Ihre Laufbahn setzte sie ab 2002 am Mariengymnasium fort und übernahm zu Beginn ihrer Dienstzeit an unserer Schule gleich neun Oberstufenkurse.

In den Museen Europas

Kunst dort zu vermitteln, wo sie in Originalen zu sehen ist, bewog sie, regelmäßig die Museen Europas zu besuchen: „Der Tod Marats in der Badewanne“ von Jacques-Louis David wurde den Schülerinnen und Schülern in den Königlichen Museen der schönen Künste in Brüssel nahe gebracht, René Magrittes surrealistische Werke im Musée d‘ Art Moderne. Auch in den Rijksmuseen in Amsterdam und Twenthe-Enschede ließ sie den genius loci spüren. Nicht zu vergessen das Schokoladenmuseum in Köln, das die Kulturgeschichte des Kakaos präsentiert ebenso wie Gefäße und Schmuck der Azteken- und Mayakulturen. Wie die Tektonik der Gotik beschaffen ist, dass sowohl das Gerokreuz als auch das Gerhard-Richter-Kirchenfenster im Kölner Dom hohe Kunst sind, lernten die Schülerinnen und Schüler ebenso vor Ort begreifen. Mechthild Darquenne–Danwerth ermunterte die Schüler zudem stets, ihre eigene Individualität in Kunstwerken auszudrücken, z. B. in Hutkreationen mit einer Gartenlaube oder der Skyline von Manhattan, in Selbstportraits, die eine Stimmung ausdrücken, in materialisierter konkreter Poesie, in phantasievoll verfremdeten Alltagsgegenständen, um nur einige Beispiel zu nennen.

Mit dem Bildhauer Stefan Lutterbeck führte sie vor dem Haupteingang der Schule Steinmetz-Arbeiten durch – nicht zum reinen Vergnügen des Hausmeisters.

Zu Musicalaufführungen unserer Schule als auch des Gymnasium Laurentianum gestaltete sie diverse Bühnenbilder. Der Designer Andreas Plautz aus Warendorf, dessen Spray-Künste an einigen Wänden und Mauern im Kreis Warendorf zu besichtigen sind, ist durch ihre Schule gegangen.

Zum Abschluss des Festaktes bedankte sich Frau OStR’ Mechthild Darquenne-Danwerth recht herzlich für die Würdigung ihres beruflichen Lebens. Sie hat an unserer Schule viele Spuren hinterlassen: Von ihr geförderte Schüler gewannen z. B. den ersten Preis des Krippenmuseums in Telgte, sowie den ersten und dritten Preis mit einer Stierkampf-Darstellung für das Picasso-Museum in Münster. Mit ihrem Kollegen Franck Curely organisierte sie seit 2003 den Austausch mit dem Collège Aliénor d’Acquitaine in Bordeaux. Das Europaprofil unserer Schule belebte sie mit dem Austausch-Programm „Brigitte Sauzay“, durch welches die Schüler über mehrere Monate an der Partnerschule in Bordeaux verbringen können, sowie zuletzt mit ihrer Teilnahme am Comenius-Projekt.

In ihrem wohlverdienten Ruhestand wird die Kunst sie nicht loslassen. Mechthild Darquenne-Danwerth wird weiter „mit feinem Pinsel großformatige Werke“ schaffen. Wir sind schon sehr gespannt auf ihre nächste Ausstellung im Rathaus Warendorf im Juli/August 2016.

 

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