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Auf den Spuren des Westfälischen Friedens

© Gerold Paul.

Geschichtskurs des MGW zu Besuch im Historischen Rathaus in Münster

Bericht von Friederike Thiel

Schon auf dem Weg zum Historischen Rathaus der Stadt Münster hatten die Marienschüler die ersten Friedenszeichen entdeckt. Immer wieder tauchten Kanaldeckel auf, welche an das 350-jährige Jubiläum des Westfälischen Friedens erinnern. Dieser Frieden zwischen dem Kaiser, dem Reich, Schweden und Frankreich einerseits und zwischen Spanien und den niederländischen Generalstaaten andererseits wurde zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Osnabrück und Münster besiegelt und beendete damit den Dreißigjährigen Krieg und den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande. Außerdem passierten die Schüler das Haus der Niederlande, in welchem zu Zeiten der Friedensverhandlungen die niederländischen Gesandten untergebracht waren.

Mittags kam die Schülergruppe im Rathaus und im Friedenssaal an, in dem europäische Geschichte geschrieben wurde und der zugleich der wichtigste Empfangsraum der Stadt Münster ist. Die Schüler waren beeindruckt von den vielen detailreichen Schnitzereien in den prächtigen hölzernen Renaissancevertäfelungen und von den zahlreichen Originalporträts der am Friedensvertrag beteiligten Diplomaten. Unter anderem bekamen die Schüler darunter ein Gemälde des damals elfjährigen Ludwig XIV. zu Gesicht, was die Schüler besonders faszinierte. Dass heute noch Teile der Originalausstattung zu bewundern sind, ist der rechtzeitigen Auslagerung der Objekte zu verdanken, welche auf diese Weise den 2. Weltkrieg überstanden haben. Als ein weiteres Symbol des Friedens gilt der vergoldete Hahnenpokal, der auch als Trinkgefäß bei zeremoniellen Anlässen dient.

Nach der Führung durch den Friedenssaal versammelte sich die Gruppe im Rathausinnenhof bei den Chillida-Bänken, dem Werk des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida aus dem Jahr 1992 mit dem Titel „Toleranz durch Dialog“. Dort entstand auch das Gruppenbild, mit welchem die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrern Kerstin van den Boom und Andreas Wening ein Zeichen des Friedens setzen wollten: Sich die Hände reichen, besonders an diesem Tag, an dem anlässlich des im Rathaus stattfindenden Neujahrsempfangs der AfD auf dem Prinzipalmarkt wütende Proteste erwartet wurden. Darauf versammelten sich alle Marienschüler im Stadtmuseum, wo die Erkundung fortgeführt wurde. Die ständige Ausstellung im Museum präsentiert die Siedlungsgeschichte Münsters bis zur Gegenwart. Im Raum zum Westfälischen Frieden konnten die Schüler ihr Wissen mit zusätzlichen Fakten erweitern. Außerdem lieferten die begleitenden Lehrer noch weitere interessante Informationen zu diesem Thema und beantworteten die Fragen der neugierigen Schüler. Um 14 Uhr endete die Exkursion, welche die Erwartungen der Schüler voll und ganz erfüllt hat. Es war ein gelungener Ausflug auf den Spuren des Westfälischen Friedens.

Schule und Museum

Kooperation mit dem Westpreußischen Landesmuseum besiegelt!

Bericht von Adrian Grimpe

„Geschichte wird erst lebendig, wenn man sie sieht, fühlt und miterlebt“, darin sind sich die Schüler der Q1, Ansgar Ravensberg, Jannik Hausfeld und Adrian Grimpe sicher – besonders nachdem sie im letzten Jahr das Konzentrationslager Auschwitz zusammen mit elf weiteren Schülerinnen und Schülern besucht haben. Die Studienfahrt war ein besonderes Projekt der Schule zusammen mit dem Westpreußischen Landesmuseum. In Zukunft sollen noch viele weitere gemeinsame Projekte folgen.

Am Freitag, nicht zufällig am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, unterzeichneten die Schulleiterin Uta Schmitz-Molkewehrum und der Museumsdirektor Dr. Lothar Hyss dazu einen entsprechenden Vertrag. Nach der erfolgreichen Studienfahrt unter der Leitung von Kulturreferentin Magdalena Oxfort sind nun verschiedene Workshops und Ausstellungsbesuche zur deutsch-polnischen Geschichte geplant. Außerdem wird im nächsten Schuljahr erstmalig ein Projektkurs der zukünftigen Q1 zum Thema „Erinnern gegen das Vergessen“ angeboten, der mit einer Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz verbunden ist.

Dr. Hyss stellte das vom Museum entwickelte pädagogische Programm „Woher und Wohin? Migration gestern und heute“ vor. Dies soll den Schülern Beispiele von Zuwanderung, Flucht und Vertreibung veranschaulichen. Gebucht ist das Programm bereits für März 2017 im Rahmen des Projektes Erasmus+.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, weil wir wissen, dass die Schüler immer sehr wissbegierig sind, wenn sie zu uns kommen“, stellten Dr. Hyss und Magdalena Oxfort fest.

Noch immer haben die Schülerinnen und Schüler der jetzigen Q1 die Erinnerungen an das Konzentrationslager Auschwitz vor Augen, das sie im September 2016 besuchten. Adrian Grimpe, Jannik Hausfeld und Ansgar Ravensberg schilderten am Freitag ihre Erfahrungen und Eindrücke der Fahrt. So kamen sie mit der Schulleiterin Uta Schmitz-Molkewehrum, ihrer Stellvertreterin Dr. Sabine Schöneich, Projektleiterin Cordula Mense-Frerich, Museumsdirektor Dr. Lothar Hyss und Kulturreferentin Magdalena Oxfort ins Gespräch darüber, warum das Erinnern so wichtig sei.

Nach der Krakau-Fahrt hatten die 14 Teilnehmer zusammen mit den Betreuungslehrern David Feldkämper und Cordula Mense-Frerich eine Ausstellung erstellt, in der sie die verschiedenen Facetten des Ausflugs mit Filmen und Fotos beleuchteten. Diese präsentierten sie erst im Museum und gleich nach der Unterzeichnung des Vertrags auch ihren Mitschülern der Jahrgangsstufe 9. Durch verschiedene Stellwände und Informationstafeln gewannen die Neuntklässler erste Einblicke in die Fahrt, an der auch sie eventuell in den kommenden Jahren teilnehmen können.

 

Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen – Stolpersteinverlegung in Warendorf

Bericht von Martin Höne und Lorenz Menkhoff

Am Donnerstag, den 15. Dezember 2016, fand sich eine Gruppe von ca. 50 Personen am ehemaligen Standort des Amtsgerichts Warendorf in der Molkenstraße ein, um der Opfer der NS-Verbrechen im Rahmen einer Stolpersteinverlegung zu gedenken. Dieser Ort war ganz bewusst gewählt, da dort am 21. Mai 1937 das Sondergericht Dortmund einen Schauprozess wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ gegen Max und Ida Jeremias als Zeugen Jehovas aus Warendorf führte. Dies war das erste Gedenken an nicht-jüdische Opfer des NS-Terrors in Warendorf. In einer szenischen Lesung stellten die Schülerinnen und Schüler zweier Geschichtskurse der Q2 des Mariengymnasiums unter der Leitung von Cordula Mense-Frerich diese Gerichtsverhandlung nach originalen Protokollen dar.
„Ich werde Zeuge Jehovas sein und das Wort Gottes verkünden“, bekräftigte Max Jeremias, dem Druck des Nazi-Richters trotzend, aus tiefer religiöser Überzeugung. Auch seine Frau Ida setzte sich während des Prozesses für ihre Glaubensüberzeugung ein, und viele der Zuschauer waren noch im Nachhinein beeindruckt von der Standhaftigkeit des Ehepaares Jeremias.

Die eigentliche Stolpersteinverlegung fand in der Oststraße statt, der letzten freiwilligen Wohnstätte der Familie. Auch an die Tochter Ruth, die an eine Pflegefamilie gegeben wurde, erinnert ein Stolperstein. Matthias Ester, Vorsitzender der Stolpersteininitiative, führte durch das Programm und klärte die Teilnehmer über die historischen Begebenheiten auf. Im Laufe des Vortrags zeigte er mehrere Fotos der betroffenen Familie Jeremias, die zu einem großen Teil von einer direkten Nachfahrin von Ruth Jeremias` Pflegefamilie, Gudrun Sennhenn, stammten.
Des Weiteren sprachen Bürgermeister Axel Linke und auch ein Vertreter der Zeugen Jehovas aus Warendorf, und sie betonten, wie wichtig es sei, Toleranz zu leben und durch Erinnerung an die Gräueltaten, eine Wiederholung zu verhindern.

Gunter Demnig, Gründer der Stolpersteininitiative, verlegte die drei Gedenksteine an der Oststraße 33. Es folgten weitere Gedenksteine in Warendorf für das Euthanasieopfer Juliane Samuel und ihre Mutter Berta (Gerichtsfuhlke 8) sowie den Dechanten August Wessing vor dem ehemaligen Pfarrhaus in Hoetmar.

Weitere Informationen:

Liste der in Warendorf verlegten Stolpersteine

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