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Studienfahrt nach Prag – eine Zeitreise

Die Leistungskurse Geschichte und Mathematik des Mariengymnasiums haben eine Studienfahrt nach Prag unternommen.
Bericht von Lorenz Menkhoff

Kaum waren die Schüler der Q2 in das entscheidende, letzte Schuljahr gestartet, erwartete sie im Anschluss an die Ferien bereits ein erstes Highlight: die Studienfahrt. Im Falle des Mathe-LKs und des Geschichte-LKs sollte die Reise in die wunderschöne tschechische Hauptstadt Prag gehen.

Am Montag, dem 29. August, verließ der Reisebus mit knapp 40 Schülerinnen und Schülern sowie den vier begleitenden Lehrkräften Verena Kaußen, Christina Kurpiers, Marina Mertens und Markus Welp das Schulviertel bereits um sechs Uhr früh, denn schon am Nachmittag standen einige Programmpunkte in Prag auf dem Plan. Kaum angekommen, bekamen die Schüler Papier und Stadtpläne ausgehändigt und durften auf einer Rallye die geschichtsträchtige Prager Innenstadt erkunden.

Am Dienstag nahmen die Kurse an einer Führung durch das jüdische Viertel Prags teil, welche neben der Erkundung des ehemaligen Ghettos auch den Besuch der Pinkas-Synagoge vorsah. Beeindruckend waren dabei vor allem die Wände der Synagoge, auf denen die Namen der etwa 78.000 tschechoslowakischen Juden zu sehen sind, die unter den Nationalsozialisten umgekommen sind. Es ist üblich, dass Jungen und Männer in einer Synagoge eine „Kippa“ tragen, die im Judentum übliche Kopfbedeckung. Durch das Tragen der Kippa wurde der Respekt vor dem jüdischen Glauben für die Schüler spürbar. Nachdem bei der Führung durch das Prager Ghetto bereits klar geworden war, wie sehr die Juden im Dritten Reich auch in der Tschechoslowakei gelitten hatten, besichtigten die Schüler am Mittwoch zwei Orte, die mahnend an die Schreckenstaten der Nazis erinnern: die Gedenkstätte Lidice sowie das KZ Theresienstadt.

Mit dem Bus erreichte die Gruppe zuerst Lidice, die Stadt, an deren Existenz heute nur noch die Gedenkstätte sowie ein multimediales Museum erinnern. Beim Rundgang durch dieses Museum faszinierte die meisten ein Film von älteren Zeitzeugen, die damals als Kinder durch ein Wunder die Verbrechen der Nationalsozialisten überlebt hatten. 1942 war die Stadt Lidice als Racheakt für den Mord am stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich dem Erdboden gleichgemacht und die Bewohner fast vollzählig ermordet worden.

In dem ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt, welches den Nationalsozialisten als Durchgangs- und Sammellager für Juden diente, wurden die Schüler durch die Sammelräume, Duschkabinen sowie die Einrichtungen für die Lageraufsicht geführt. Obwohl das gute Wetter an diesem Tag die fensterarmen Räumlichkeiten des KZs beinahe hell erscheinen ließ, wurde durch die Ausführungen des Guides klar, dass selbst hier, im sogenannten „Muster-Ghetto“, menschenunwürdige Lebensbedingungen herrschten.

Nach diesen bedrückenden Einsichten bot der Donnerstag ein Programm rund um den historischen Kern der Stadt. Bei sommerlicher Temperatur erkundeten die Kurse nun voneinander getrennt mit Hilfe von selbst erarbeiteten Referaten die Prager Burg, die historische Karlsbrücke und jene Gebäude, die in jedem Reiseführer zu finden sind. Der Rest des Tages stand den Schülern zur freien Verfügung, sodass sie noch ein letztes Mal das Prager Flair genießen konnten. Auch nach der langen Busfahrt am Freitag wurde die Studienfahrt von allen gelobt, und der ein oder andere äußerte den Wunsch, die Stadt noch einmal privat besuchen zu wollen.

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