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„Schwarzer Himmel“ über der Schule

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© Gerold Paul

Überzeugende Theateraufführung am Mariengymnasium

Bericht von Sarin Aschrafi

„Black Heaven“ ist der Titel eines Theaterstücks, das von Jugendlichen in einem Suchttherapiezentrum zusammen mit einem Arzt entwickelt worden ist. Einer der beiden Literaturkurse der Q1 hat dieses Stück am vergangenen Freitag in der Aula des Mariengymnasiums aufgeführt. Die Leitung hatte Herr Hesemann.

Das Stück handelt von Lara, einem Mädchen aus gutem Hause (dargestellt von Lisa Döhring), das in dem angesagten Club ihres Dorfes, „Heaven“, den aus Frankfurt zugezogenen Uli (Lorenz Menkhoff) kennen lernt. Von Uli bekommt Lara die „kleinen grünen Muntermacher“ in die Hände. Die Szene des Kennenlernens der beiden war eingebettet in ein Kammerspiel erster Güte. Denn Laras Freundesclique, bestehend aus Tina (Pauline Hornung), Jutta (Melissa Werdelhoff), Wolf (Fabio Franze) sowie dem Pärchen Marc und Conny (Theresa Averhoff und Olivia von Schroetter), begeisterte das Publikum schnell durch ihr selbstbewusstes Spiel. Gerade die komödiantischen Elemente der ersten Dialoge kamen dadurch besonders gut zum Tragen.

Nachdenklicher stimmte dagegen die Situation in Laras Elternhaus. Nur beiläufig fragen nämlich die Eltern (Alicia Borgstedt und Lorenz Menkhoff) die ältere Tochter Anna (Maren Suntrup), wo denn Lara in letzter Zeit sei, und verstehen kaum den Wink, sich die Tochter einmal genauer anzuschauen. Dass die Schwester Laras Drogenabhängigkeit bereits sehr genau beobachtet hat, zeigt sich in einem Gespräch mit ihr, als sie sie unbeirrbar auf alle Indizien anspricht. Doch Lara streitet ihre Abhängigkeit ab und nimmt noch nicht wahr, dass sich ihr Leben auf einen Tiefpunkt zubewegt. Längst ist ihre Freundschaft mit Uli beendet. Laras Leben konzentriert sich nun ganz auf die Beschaffung der Drogen: Sie verkauft alle ihre Sachen, macht Schulden bei ihren Freunden, ihre schulischen Leistungen verschlechtern sich dramatisch. Die Lehrerin Frau Kupinski (Ann-Kathrin Amsbeck) scheint ebenso ratlos vor Laras Problemen zu stehen wie ihre Freunde, die hin und her gerissen sind zwischen Vorwürfen und Sorgen um Lara.

Schließlich gerät das Mädchen aus gutem Hause in das extreme Drogenmilieu: Durch die Drogenabhängige Jo (Sophie Budde) kommt sie zum „Anschaffen“. Ob es Lara gelingt, nach einer Therapie bei Dr. Groß (Christine Uhr) zu einem normalen Leben zurückzufinden, lässt das Stück offen, sieht sich Lara zuletzt doch wieder Uli gegenüber, der sich als ihr Cousin ausgegeben hat, um sie aus der Klinik abzuholen.

Das Publikum war von der Darstellung einer innerlich zerrissenen Jugendlichen beeindruckt. Lisa Döhring verstand es gekonnt, die vielen Facetten einer Sechzehnjährigen darzustellen, der das Leben im scheinbar perfekten Elternhaus zur Last geworden ist. Ihre anfängliche Begeisterung für den neuen Freund schwindet, und sie rutscht durch die Drogen immer mehr in einen Strudel von Verleugnung, Wut und Verzweiflung. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es in ihrer Verantwortung liegt, die Abhängigkeit in ihrem Kopf zu überwinden und ihr Leben selber wieder in die Hand zu nehmen.

 

 

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