Home » Literatur » Schultheater mit großer Resonanz

Schultheater mit großer Resonanz

Der Duft des Mordes

Das Mariengymnasium hat zu zwei Aufführungen der Kriminalkomödie „Der Duft des Mordes“ eingeladen.

Bericht von Gerold Paul

Wie jede mittlere Stadt hat Warendorf sein Theater, sein Kino, seine Museen und zieht damit Zuschauer an. Eine besondere Resonanz erhält das Schultheater, das meist in den letzten Wochen vor den großen Ferien seine Aufführungen hat. Zu diesen Veranstaltungen kommen nämlich zu den anderen Zuschauern diejenigen hinzu, die mit den Schauspielern persönlich verbunden sind, die Eltern und Angehörigen, die Lehrer und Freunde. 

Schauspieler, Regisseure, Bühnentechniker und weitere Helfer leben natürlich von der Resonanz, die sie bekommen. Nicht anders hat es sich am vergangenen Donnerstag und Freitag verhalten, als die Schüler des Literaturkurses der Q1 unter der Leitung von Alena Wöstmann die Kriminalkomödie „Der Duft des Mordes“ aufgeführt haben.

Der Warendorfer Sophiensaal mit seiner stilvollen Ausstattung war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es wurde ein rundum gelungener Abend. Eine Rezension folgt. Sie sehen die Fotos der Freitagsaufführung.
 

Literaturkurs zeigt „Der Duft des Mordes“

Rezension von Leonie Vrochte

Es ist ein ganz normaler Sonntagmorgen im Restaurant „Zur Wildeiche“, als die Putzfrau Anna, gespielt von Anna Vaznicenko, eine Leiche auf der Damentoilette findet. Der ohrenbetäubende Schrei, den sie daraufhin ausstieß, ließ jeden zusammenzucken, der sich am vergangenen Donnerstag und Freitag im Sophiensaal zur Theateraufführung des Literaturkurses der Q1 unter der Leitung von Frau Wöstmann eingefunden hatte. „Der Duft des Mordes“ so der Titel des Stücks, welches der Kurs seit Anfang des Schuljahres fleißig geprobt hat. Der Zuschauer bemerkte rasch, dass die Rollen durch ein Casting vergeben wurden, denn für jede Rolle hatte man eine nahezu perfekte Besetzung gefunden. So lag es in der Natur der Sache, dass es dem Kurs gelang, die Zuschauer von Anfang bis Ende zu begeistern. 

Die Schüler brachten ausgearbeitete Charaktere mit Wiedererkennungswert auf die Bühne, deren Anblick für die Zuschauer eine Freude bedeutete, handelte es sich nun um die permanent weinende Putzfrau Anna (Anna Vaznicenko) oder den kühl analysierenden, besserwisserischen Kommissar Albert Decker (Daniel Tiessen/Richard Berger), seine besorgte, eifersüchtige Ehefrau Eva Decker (Marie Dunker) oder um den verliebten und cholerischen Koch Moritz Kelle (Jannik Hausfeld/Ansgar Ravensberg). Auch griff das Ensemble aktuelle Themen auf, wie E-Dating, Gleichberechtigung und Homosexualität, und löste Streitigkeiten auf charmante Weise. 

Doch Hauptthema war selbstverständlich der Mord an Ricarda Sehnder alias Maria Flach oder Corinna Martens (Katharina Schirnewitsch), den Kommissar Decker im Stil Hercule Poirots aufzuklären hatte. Ricarda Sehnder hatte, wie es sich herausstellte, zu Lebzeiten als Heiratsschwindlerin ihr Unwesen getrieben. Nun konnten weder die Affäre des Kochs mit der Frau des Gastwirts (Anne Schulze Terharn) noch der Umstand, dass sowohl der Koch als auch der Gastwirt Kurt Schatz (Jan Voth) das Tatmesser nach dem Auffinden der Leiche in den Händen gehalten und und von verdächtigen Spuren gesäubert hatten, den erfahrenen Kommissar daran hindern, die Wahrheit über die wahre Mörderin Eliza Mortini (Eileen Heumann/ Alexandra Altefrohne) aufzudecken. Zu diesem Schluss kam Kommissar Decker nach manchmal impulsiv geführten Kreuzverhören und den hilfreichen Recherchen seiner Leute, auch wenn er Letzteres auf Nachfrage wahrscheinlich nicht eingestehen würde. In einem großen Showdown weihte der Meisterkommissar alle Zuschauer in seine Schlussfolgerungen ein und ließ die sich heftig wehrende Küchenhilfe Eliza Mortini festnehmen.
 
Der Literaturkurs präsentierte eine ausnehmend gelungene Inszenierung, die sich auch durch den geübten Einsatz technischer Mittel auszeichnete, wie durch Spots, Blacks, Vorder- und Hintergrundspiel, Blaulichteffekt und Bühnenkuss. Ein großes Lob geht an die Schauspieler, an die Technik und all diejenigen, die im Hintergrund mitwirkten, aber auch an Frau Wöstmann, die ihren Job hervorragend gemacht hat und am Ende mit viel Applaus und Blumen geehrt wurde.

 

Termine

Folge uns auf Twitter

Archiv