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Im Gespräch mit…

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Reinhold Sendker, MdB

Die Arbeitsgemeinschaft Europa hatte Reinhold Sendker zu einem Meinungsaustausch vor Ort eingeladen, um seine Tätigkeit, seine Motivationen und politischen Ziele näher zu ergründen. Die Schüler, begleitet von Martin Isenberg als Leiter der Arbeitsgemeinschaft, hatten im Voraus Fragen formuliert, deren Beantwortung das Leben eines Abgeordneten transparent machen sollten.

Christlicher Glaube als Richtschnur

Das Leben als politisch engagiertem Menschen war Reinhold Sendker quasi in die Wiege gelegt. Ein Heilpraktiker, bemerkte er scherzhaft, habe ihm eine Zukunft als Berufsschullehrer und Politiker gleichermaßen ausgependelt. Reinhold Sendker war 30 Jahre lang Stadtrat in Ennigerloh, 19 Jahre davon Fraktionsvorsitzender und ist seit 20 Jahren Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes. Ehrlichkeit und die Verpflichtung zum Engagement habe er von seinem Vater als Grundsätze übernommen, räumt Reinhold Sendker ein und bezeichnet den christlichen Glauben als Richtschnur seines Handelns. „Was du entscheidest, entscheidest du als Christ“, habe er sich beispielsweise gesagt, als es darum ging, über die pränatale Diagnostik abzustimmen. Diesen Maßstab getreu werde er auch das Fracking ablehnen, aus Sorge um die Schöpfung. Mitgliedschaften in Aufsichtsräten großer Firmen habe er sich erspart, um politisch unabhängig bleiben zu können: „Geld hat mir noch keiner angeboten, der von meinen Entscheidungen profitieren könnte; wenn’s einer täte, flöge er sofort raus“.

Stolz ist er darauf, wenn er durch den Kreis Warendorf fährt und sieht, dass von ihm befürwortete Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden, die B58N als Ortsumgehung von Beckum z. B. oder wenn darauf verzichtet wird, eine Müllverbrennungsanlage in Ennigerloh zu errichten. Als übergeordnetes Ziel seiner Tätigkeit sieht er an, dass die heutigen Jugendlichen den Kreis im Hinblick auf seine Infrastruktur gut aufgestellt sehen, wenn sie nach dem Studium dorthin zurückkommen sollten.

Flüchtlingspolitik

Was die aktuelle Lage der Flüchtlinge in Europa angeht, ist Sendker einerseits stolz darauf, dass die Deutschen eine Willkommenskultur praktizieren; dies entspreche unserer christlich-jüdischen Grundhaltung. Andererseits stellt er aber fest, dass die Europäische Union versagt hat. Nach dem Abkommen Dublin III müsse der Staat die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft registrieren. Außerdem müssten die Flüchtlinge gerecht auf die Mitgliedsländer der EU verteilt werden. Menschen aus sicheren Herkunftsländern, also solchen, in denen es keinen Krieg und keine politische Verfolgung gebe, müssten zurückgeschickt werden. Alle europäischen Länder sollten sich an der Finanzierung von Erstaufnahme-Lagern in Italien (Catania) und Griechenland (Piräus) beteiligen, wo auch die erste medizinische Versorgung der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, erfolgen solle. Für Flüchtlinge aus Nordafrika sollten Rezeptionskontore eingerichtet werden, damit eine Übersiedlung nach Europa ohne Schlepper erfolgen könne. Denen müsse das Handwerk gelegt werden. „Mittel- und langfristig kann nur eine finanziell besser ausgestattete Entwicklungshilfe dazu beitragen, dass Fluchtursachen beseitigt werden“, ist Reinhold Sendker überzeugt.

Der typische Arbeitstag eines Bundestagsabgeordneten umfasst schon mal bis zu 17 Termine, beginnt um 5:30 Uhr und ist gegen 23:00 Uhr zu Ende. Zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und eine Sekretärin bereiten ihn auf Sitzungen und Konferenzen vor, stellen Informationen und Materialien bereit, die für politische Entscheidungen bedeutsam sind. Bei all den vielen Terminen ist Reinhold Sendker stolz auf seine Ehefrau, die er als seine „fünfte Mitarbeiterin“ betrachtet, wohl wissend, dass das politische Geschäft eine Zumutung für die Familie bedeutet.

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