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Ich wollte noch einmal die Sonne sehen

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Strafzellen im KZ, Foto: © Gerold Paul

Am kommenden Mittwoch, den 22.06.2016, findet das Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries statt. Die Veranstaltung ist für alle Schüler der 10. Jahrgangsstufe (EF) und für die Geschichtskurse der Q1 bestimmt, Beginn: 9:40 Uhr; Ende: 11:15 Uhr, Raum: 116/117.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule Warendorf und dem Verein „Jüdisches Leben in Warendorf“ statt und wird von dem Historiker Matthias M. Ester aus Münster moderiert. Sie wird vom Förderverein des Mariengymnasiums finanziell unterstützt.

Erna de Vries (geb. Korn, 1923) begleitete im Juli 1943 freiwillig ihre jüdische Mutter in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, als diese dorthin deportiert wurde. Während ihre Mutter dort ermordet wurde, wurde Erna de Vries aus dem Todesblock heraus in das KZ Ravensbrück gebracht. Dort arbeitete sie als Zwangsarbeiterin in dem zugehörigen Siemenslager. Nach der Räumung des KZ Ravensbrück ab April 1945 schleppte sie sich beim Todesmarsch der Insassinnen bis Mecklenburg, wo ihr Treck von alliierten Soldaten befreit wurde.

Seit 1998 erfüllt sie den Wunsch ihrer Mutter, von ihrem Schicksal zu erzählen, indem sie in Schulen und Bildungseinrichtungen darüber berichtet. Ihr Motto „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“ gibt ihr die Kraft dazu.

Die 92jährige lebt heute in Lathen (Emsland). Die Bundesrepublik Deutschland ehrte sie u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz (2014). Seit November 2015 ist eine Realschule in Münster nach ihr benannt.

Weitere Informationen:

  • Erna de Vries: Lebenslauf
  • Die Tagesschau vom 10.02.2016 über den Prozess gegen einen Wachmann aus dem KZ Auschwitz

 

 

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