Home » Europaschule

Europaschule

Logo_Europaschule

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

Februar 2016

20160228-082823.jpg

„Europa macht Schule“ am Mariengymnasium

Brot mit Olivenöl und Zucker – das gibt es traditionell am Unabhängigkeitstag (28. Februar) in Andalusien, der südlichsten Region Spaniens. Für die Klasse 9D des Mariengymnasiums gab es dieses Gericht bereits ein paar Tage vorher. Im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ vermittelte der spanische Student Alejandro Mejias Delgado einen aufschlussreichen Einblick in sein Heimatland. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Pädagogischen Austauschdienst gefördert und bietet deutschen Schulklassen die Möglichkeit, Europa auf eine lebendige Weise kennenzulernen.

So ergriff Delgado, der in Münster Sprachen studiert, die Gelegenheit, ein für ihn persönlich wichtiges Thema anzusprechen: Entgegen der aktuellen Wahrnehmung habe es in Europa Zeiten gegeben, in denen Christen viel von der islamischen Kultur gelernt haben. Delgado beginnt mit dem Hinweis, dass der deutsche Wortschatz viele Wörter maurischen Ursprungs enthält. „Sind Zucker oder Koffer wirklich deutsche Wörter?“ „Und wie kamen die Orange und die Aprikose nach Europa?“ Die Überraschung bei den Schülern ist groß, denn keiner hätte gedacht, dass sowohl die Wörter als auch die Früchte erst seit der Eroberung Spaniens durch die Mauren sich im europäischen Kulturkreis verbreitet haben. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen dann die Geschichte, Religion und Architektur von al-Andalus, womit der Machtbereich des Kalifen auf spanischem Boden bezeichnet wird. In dieser Periode, die im Sommer 711 beginnt, leben Christen, Juden und Muslime friedlich zusammen, betont der begeisterte Student mit einem kurzen Hinweis auf die aktuellen Probleme der Flüchtlingskrise und religiösen Intoleranz in vielen Ländern.

Zum Abschluss entführt der Gast aus Spanien die Schüler auf einen virtuellen 3D-Rundgang durch die berühmte Burganlage Alhambra in Granada und dann nach Cordoba. „Sehr beeindruckend“, hört man aus den Reihen der Schüler. Aber Olivenöl mit Zucker? Da gehen die Meinungen doch stark auseinander.

 

 

September 2015

20150917-124341.jpg

Der Klimagipfel in Paris. Projekttage zu aktuellen europäischen Themen

Am 10. und 11. September 2015 setzten sich die Schüler der Grundkurse im Fach Sozialwissenschaften der Einführungsphase (EF) mit zwei aktuellen europapolitischen Themen auseinander.

Am ersten Projekttag simulierten sie den Klimagipfel in Paris, der von Ende November bis Mitte Dezember 2015 stattfinden wird und weitreichende Beschlüsse zur Bekämpfung des Klimawandels fassen soll. In insgesamt acht Rollen, die zentrale Positionen auf dem Gipfel widerspiegeln, verhandelten sie über Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 2° Celsius. Nach mehreren Verhandlungsrunden einigten sich die Schüler auf Quoten und Fristen für die Senkung der Treibhausgasemissionen, legten Grenzen für die an der Konferenz beteiligten Staaten fest und einigten sich auf Ausgleichszahlungen für weniger entwickelte Länder.

Umstrittenes transatlantisches Freihandelsabkommen

Am zweiten Tag stand das geplante Freihandelsabkommen TTIP auf dem Programm, über das die EU derzeit mit den USA verhandelt. Nach einer inhaltlichen Einführung beschäftigten sich die Schüler mit verschiedenen Aspekten von TTIP, wie z. B. mit den Auswirkungen dieses Abkommens auf die Entwicklungsländer und auf kleine und mittlere Unternehmen. Außerdem wurden die Schüler mit den europäischen Standards im Lebensmittelbereich sowie der Frage nach der Transparenz der Verhandlungen bekannt gemacht. Die Schüler stellten eigene Recherchen an und setzten sich anschließend in Form einer Debatte mit den Vor- und den Nachteilen des Abkommens auseinander.

Die Veranstaltung wurde von Joachim Bartscher in Zusammenarbeit mit der VHS Warendorf und dem Förderverein unserer Schule organisiert. Moderiert wurden die Projekttage von Dr. Ralf Hell, der als Mitglied des Team Europe der Europäischen Kommission seit rund acht Jahren europäische Projekttage an unserer Schule gestaltet.

 

 

 

20150920-211824.jpg

Im Gespräch mit…

Reinhold Sendker, MdB

Die Arbeitsgemeinschaft Europa hatte Reinhold Sendker zu einem Meinungsaustausch vor Ort eingeladen, um seine Tätigkeit, seine Motivationen und politischen Ziele näher zu ergründen. Die Schüler, begleitet von Martin Isenberg als Leiter der Arbeitsgemeinschaft, hatten im Voraus Fragen formuliert, deren Beantwortung das Leben eines Abgeordneten transparent machen sollten.

Christlicher Glaube als Richtschnur

Das Leben als politisch engagiertem Menschen war Reinhold Sendker quasi in die Wiege gelegt. Ein Heilpraktiker, bemerkte er scherzhaft, habe ihm eine Zukunft als Berufsschullehrer und Politiker gleichermaßen ausgependelt. Reinhold Sendker war 30 Jahre lang Stadtrat in Ennigerloh, 19 Jahre davon Fraktionsvorsitzender und ist seit 20 Jahren Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes. Ehrlichkeit und die Verpflichtung zum Engagement habe er von seinem Vater als Grundsätze übernommen, räumt Reinhold Sendker ein und bezeichnet den christlichen Glauben als Richtschnur seines Handelns. „Was du entscheidest, entscheidest du als Christ“, habe er sich beispielsweise gesagt, als es darum ging, über die pränatale Diagnostik abzustimmen. Diesen Maßstab getreu werde er auch das Fracking ablehnen, aus Sorge um die Schöpfung. Mitgliedschaften in Aufsichtsräten großer Firmen habe er sich erspart, um politisch unabhängig bleiben zu können: „Geld hat mir noch keiner angeboten, der von meinen Entscheidungen profitieren könnte; wenn’s einer täte, flöge er sofort raus“.

Stolz ist er darauf, wenn er durch den Kreis Warendorf fährt und sieht, dass von ihm befürwortete Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden, die B58N als Ortsumgehung von Beckum z. B. oder wenn darauf verzichtet wird, eine Müllverbrennungsanlage in Ennigerloh zu errichten. Als übergeordnetes Ziel seiner Tätigkeit sieht er an, dass die heutigen Jugendlichen den Kreis im Hinblick auf seine Infrastruktur gut aufgestellt sehen, wenn sie nach dem Studium dorthin zurückkommen sollten.

Flüchtlingspolitik

Was die aktuelle Lage der Flüchtlinge in Europa angeht, ist Sendker einerseits stolz darauf, dass die Deutschen eine Willkommenskultur praktizieren; dies entspreche unserer christlich-jüdischen Grundhaltung. Andererseits stellt er aber fest, dass die Europäische Union versagt hat. Nach dem Abkommen Dublin III müsse der Staat die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft registrieren. Außerdem müssten die Flüchtlinge gerecht auf die Mitgliedsländer der EU verteilt werden. Menschen aus sicheren Herkunftsländern, also solchen, in denen es keinen Krieg und keine politische Verfolgung gebe, müssten zurückgeschickt werden. Alle europäischen Länder sollten sich an der Finanzierung von Erstaufnahme-Lagern in Italien (Catania) und Griechenland (Piräus) beteiligen, wo auch die erste medizinische Versorgung der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, erfolgen solle. Für Flüchtlinge aus Nordafrika sollten Rezeptionskontore eingerichtet werden, damit eine Übersiedlung nach Europa ohne Schlepper erfolgen könne. Denen müsse das Handwerk gelegt werden. „Mittel- und langfristig kann nur eine finanziell besser ausgestattete Entwicklungshilfe dazu beitragen, dass Fluchtursachen beseitigt werden“, ist Reinhold Sendker überzeugt.

Der typische Arbeitstag eines Bundestagsabgeordneten umfasst schon mal bis zu 17 Termine, beginnt um 5:30 Uhr und ist gegen 23:00 Uhr zu Ende. Zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und eine Sekretärin bereiten ihn auf Sitzungen und Konferenzen vor, stellen Informationen und Materialien bereit, die für politische Entscheidungen bedeutsam sind. Bei all den vielen Terminen ist Reinhold Sendker stolz auf seine Ehefrau, die er als seine „fünfte Mitarbeiterin“ betrachtet, wohl wissend, dass das politische Geschäft eine Zumutung für die Familie bedeutet.

 

Termine

Folge uns auf Twitter

Archiv