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EU-Projekttag 2016

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Reinhold Sendker, MdB, zu Gast bei der 11. Jahrgangsstufe

Bericht von Lorenz Menkhoff, Q1

Im Rahmen des EU-Projekttages an deutschen Schulen besuchte der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker des Kreises Warendorf am Montag, den 2. Mai 2016, das Mariengymnasium Warendorf. Ziel des nationalen Projektes ist es vor allem, das Interesse Jugendlicher am europäischen Einigungsprozess zu wecken sowie ihr Verständnis für die Europäische Union zu fördern. Sendker, der momentan als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur tätig ist, betonte jedoch, dass es sein eigener Wunsch gewesen sei, sich in der zweistündigen Gesprächsrunde den Fragen der Jugendlichen der Q1 zu stellen. Nach einer Vorstellung, in der Sendker einen kurzen Einblick in sein Leben als Vertreter der Interessen des Kreises im Bund gab, folgte dann eine offene Fragerunde. Die Schüler hatten sich gut vorbereitet, so dass Sendker zu den verschiedensten Problemen innerhalb der EU Stellung nehmen musste.

Aktuelle Themen in Europa

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Flüchtlingskrise, die die Wertegemeinschaft Europa vor große Schwierigkeiten stellt und für eine ungleiche Flüchtlingsverteilung sorgt. Den „Brexit“, über den im Juni ein Referendum entscheiden soll, beurteilte Sendker kritisch und hoffte grundsätzlich auf mehr Solidarität seitens Großbritanniens. Mehr Zugeständnisse dürften den Briten aber nicht gemacht werden, so Sendker. Ein anderes brandaktuelles Thema, welches von Schülern angeschnitten wurde, war das umstrittene Handelsabkommen „TTIP“ zwischen der EU und den USA: Bezüglich dieses möglichen Abkommens sagte der Abgeordnete, dass es wichtig sei, ein Gelingen des Abkommens anzustreben, da Amerika ansonsten andere Vertragspartner in Betracht ziehen würde.

Die Schüler standen den Aussagen des Lokalpolitikers zeitweise durchaus kritisch gegenüber und hakten bei Unklarheiten nach: Steht die Sicherung der Außengrenzen nicht im Gegensatz zu den christlichen Werten? „Nein“, so Sendker. Deutschland habe gute Arbeit geleistet, jedoch seien die Kapazitäten in den Heimen und bei der Integrationsarbeit erschöpft. Eine Lösung sei, laut ihm, die verstärkte Investition in Entwicklungshilfen, so dass der Flüchtlingsstrom langfristig reduziert werden könne. Stärkerer Grenzschutz würde auch die Zahl der ankommenden Islamisten reduzieren und die Terrorgefahr senken.

Fragen zur Innenpolitik

Obwohl dieser Tag in erster Linie Europa betreffenden Fragen gewidmet war, stellten die Jugendlichen auch innenpolitische Fragen: Einige Meldungen betrafen die aktive Sterbehilfe, die in Deutschland gesetzlich verboten ist. Der Parteivorsitzende der CDU im Kreis formulierte erstaunlich deutlich, dass sich dieses „Töten“ nicht mit christlichen Werten vereinbaren lasse, während sich ein großer Teil der Schüler für eine Legalisierung der Sterbehilfe aussprach. Auch im Fall Böhmermann gingen die Meinungen des Politikers und eines Großteils der Schüler auseinander, da viele auf ein klareres Zeichen Merkels für Satirefreiheit gehofft hatten. Sendker erläuterte, dass es immer noch an der Justiz sei, in ihrer unabhängigen Position über diese Fragen zu entscheiden.

Nach Ablauf der zwei Schulstunden, die im spannenden Meinungsaustausch wie im Flug vergingen, wurde Sendker mit großem Applaus verabschiedet und bedankte sich seinerseits für die Möglichkeit, die Jugendlichen als Angehörige seines Wahlkreises kennenzulernen. Der Gast machte nämlich deutlich, dass ihm das Interesse des Kreises, in dem er selbst aufgewachsen ist, von größter Bedeutung sei.

Website zum diesjährigen EU-Projekttag

 

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