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Erinnern gegen das Vergessen

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Eintauchen in die Geschichte Krakaus

  • Exkursion in das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf

 

Bericht von Adrian Grimpe

Im August ist es so weit. Unter dem Motto „Erinnern gegen das Vergessen“ besuchen 14 Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums die Stadt Krakau in Polen. Dabei soll es vor allem um die systematische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gehen, insbesondere um die Ermordung der jüdischen Bewohner dieser Stadt. Auch in Krakau, wie in Warschau und in vielen weiteren Städten Polens, befand sich ein Ghetto. Als Vorbereitung für die geplante Reise haben die Schüler am vergangenen Donnerstag an einer Exkursion in das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf teilgenommen. Nachdem einige organisatorische Fragen zur Fahrt im August geklärt waren, hörten sie einen spannenden Vortrag über die Sehenswürdigkeiten und Geschichte der zweitgrößten Stadt Polens.

Geschichte hautnah in einer von ihrer Vergangenheit geprägten Stadt

Als Kulturreferentin für Westpreußen organisiert und begleitet Frau Magdalena Oxfort die Reise zusammen mit den Geschichtslehrern Cordula Mense-Frerich und David Feldkämper. Für die Schüler der 10. Klasse bietet die Exkursion die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie die Polen unter der Herrschaft des Nationalsozialisten lebten. Geplant sind eine Fahrt nach Auschwitz, ein Besuch des Schindler-Museums sowie gemeinsame Besichtigungen verschiedener Sehenswürdigkeiten in Krakau. Viel Freizeit für eigene Erkundungen soll es aber auch geben. Die Unterkunft befindet sich in Kazimierz, einem jüdischen Stadtviertel. Die Exkursion wird vom 30. August bis zum 3. September dauern. Die An- und Abreise erfolgen mit dem Flugzeug.

Eine Zeit von prachtvollen Bauten und verheerenden Kriegen

In 90 Minuten führte Magdalena Oxfort die Schüler dann in die Vergangenheit der einstigen Hauptstadt Polens ein. Nach der Gründung im 10. Jahrhundert sah sich die Stadt immer wieder schweren Kriegen gegenüber. Mehrmals musste sie sich gegen Angreifer behaupten, wie den Deutschen Orden, die Tataren, die Schweden oder später auch die Nationalsozialisten. Erst im 15. Jahrhundert kam es infolge der Renaissance zu einem kulturellen und ökonomischen Aufschwung. Dieser Zeit entstammten auch große Baudenkmäler wie die Marienkirche oder das Schloss auf dem Wawel-Hügel. Allerdings blieb auch Krakau nicht von den verheerenden Folgen der Pest verschont. Das wohl dunkelste Kapitel der Stadt beginnt im Jahr 1939 mit der Besatzung durch die Nationalsozialisten, deren Vernichtungspolitik mehrere Millionen Juden zum Opfer fielen.

Trotz vieler Kriege sind die meisten historischen Bauwerke heute noch erhalten, weshalb man in ihnen die Geschichte Krakaus an anschaulichen Beispielen nachvollziehen kann. Untermalt wurde Frau Oxforts Vortrag von Bildern verschiedener Sehenswürdigkeiten, die den Schülern einen Einblick in die Atmosphäre der Stadt boten.

Im Dialog mit der Vergangenheit

Sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern kam die Präsentation sehr gut an. Eine der Schülerinnen, Anne Schulze-Terharn, sagt: „Jetzt habe ich auf jeden Fall Lust, Krakau zu besuchen. Man hat vor allem das Gefühl, dass sich Frau Oxfort sehr gut mit der Geschichte auskennt.“
In einer AG sollen die Schüler die Exkursion vor- und nachbereiten. Das Treffen am vergangenen Donnerstag war das erste Vorbereitungstreffen für die Fahrt im August. In der kommenden Woche folgen noch zwei weitere Veranstaltungen: ein Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries und ein Workshop zum Thema „Erinnern gegen das Vergessen“. Für die 14 Schülerinnen und Schüler geht es nach der Fahrt aber noch weiter. Die Erfahrungen sollen im Museum und in der Schule in einer Ausstellung dokumentiert werden.
 

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