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Lernen durch Engagement

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Lernen durch Engagement ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Schülern mit fachlichem Lernen verbindet.

Das heißt:

  • Schüler setzen sich für das Gemeinwohl ein.
  • Sie tun etwas für andere oder die Gesellschaft.
  • Ihr Engagement wird im Unterricht geplant, reflektiert und mit den Inhalten der Bildungs- und Lehrpläne verknüpft.

An unserer Schule wird dieses Projekt in der Jahrgangsstufe 8 durchgeführt. Die Schüler sollen Einblicke in ein Tätigkeitsfeld im so genannten Non-Profit-Sektor gewinnen, indem sie z. B. in einem Seniorenheim, einem Kinderheim, einer Bücherei, einer Jugendgruppe ehrenamtlich für einen begrenzten Zeitraum mitarbeiten. Das Projekt verfolgt dabei das Ziel, die Stärken der Schüler in Bereichen zu stärken, die in diesem Ausmaß im normalen Unterricht nicht gefördert werden können: Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Flexibilität.

Das außerschulische Engagement der Schülerinnen und Schüler umfasst ungefähr 20 Zeitstunden. Alle am Projekt beteiligten Schüler führen ein Arbeitstagebuch, in dem sie ihr Engagement dokumentieren und reflektieren. Abschließend bereiten sie eine Präsentation ihrer Tätigkeit und ihrer Erfahrungen vor. Für Engagement, Dokumentation und Präsentation erhalten die Schüler eine anerkennende Zeugnisbemerkung sowie ein Zertifikat der Schule, das sie z. B. bei Bewerbungen einreichen können.

AKTUELL

Drei Berichte über die Praktika im Schuljahr 2015/16

Felizia, Klasse 8D, hat über 20 Stunden lang immer donnerstags die Helfer der Aktion Kleiner Prinz besucht. Für sie war es am Ende ein schönes Gefühl, irgendwie zum „Helferteam“ dazuzugehören. „Ich habe unzählig viele Spielsachen sortiert. Es ging darum zu entscheiden, welche Spielsachen nach Rumänien gespendet werden oder auf dem Flohmarkt verkauft werden, um Spenden für weitere Hilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz zu sammeln“, zieht Felizia Bilanz. Aus ihrer Sicht war es ein sinnvoller Einsatz. „Es ist ja wichtig, dass beispielsweise die Kinder in Rumänien Spielzeug erhalten, das auch in Ordnung ist oder für die entsprechenden Altersklassen geeignet ist. Deshalb war es wichtig, dass jemand diese Spielsachen vorher sichtet.“

Flüchtlingshilfe vor Ort

Die Päckchen-Pack-Aktion für Rumänien, die die Aktion Kleiner Prinz bereits seit vielen Jahren vor Weihnachten durchführt und damit Freude für die Kinder direkt von Warendorf nach Rumänien bringt, ist mittlerweile fast jedem Warendorfer Schulkind bekannt. Das war aber nicht der ausschlaggebende Grund, weshalb sich Felizia im Rahmen des Projekts „Lernen durch Engagement“ für die Aktion Kleiner Prinz entschieden hat. „Ich dachte, dass das Helferteam gerade im Moment Unterstützung gebrauchen kann, da die Aktion Kleiner Prinz sich zur Zeit auch für die in Warendorf lebenden Flüchtlinge engagiert.“

Beeindruckt war Felizia von der Anzahl der Hilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz und auch von der Einsatzbereitschaft der aktiven Helfer. Die Aktion Kleiner Prinz ist ein eingetragener Verein, der ehrenamtlich Kindern in Not hilft. Es werden Schulen, Waisenhäuser, Kindergärten, Krankenhäuser usw. gebaut. Diese werden anschließend über Jahre hinweg betreut. Wichtig ist auch die Art der Hilfsleistungen durch die Aktion Kleiner Prinz. Denn es geht nicht nur um reine Geldspenden, vielmehr soll den Menschen in den einzelnen Hilfsprojekten auch Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden. Was ehrenamtliche Arbeit bewirken kann, das hat Felizia vom Vorstandsmitglied der Aktion Kleiner Prinz, Klaus Chmiel, erläutert bekommen: „Wir arbeiten auf ehrenamtlicher Basis mit einem Verwaltungskostenanteil, der seit der Gründung bei durchschnittlich unter fünf Prozent liegt, auch deshalb wird uns seit 2002 jährlich das DZI-Spendensiegel zuerkannt.“ Ehrenamtliches Engagement kann also helfen, direkte Wege zu gehen und Hilfe ohne viel Bürokratie auf den Weg zu bringen.

Martinsgans

Constantin, Klasse 8C, hat sich für seinen Kindergarten etwas Besonderes ausgedacht:

„Ich habe mich für die Kinder des Warendorfer Kindergartens Löwenzahn engagiert. Als Kind habe ich selbst diesen Kindergarten besucht. Mir hat es dort immer gut gefallen. Vor allem die zahlreichen Aktivitäten zu den verschiedenen Jahreszeiten haben sehr viel Spaß gemacht. Unter anderem ist dort jährlich ein Sankt Martins-Umzug veranstaltet worden.

Echte Gänse beim Martinsumzug

Im Rahmen unseres Schulprojektes wollte ich den Martinszug mit einigen Änderungen selber organisieren. Mit den Kindergartenkindern habe ich dann im Voraus Laternen in Gänseform mit echten Federn gebastelt. Für den Martinszug hatte ich nämlich zwei echte Gänse organisiert, die im Anhänger hinter meinem Kettcar hergefahren wurden. Die Gänse spielen bei der historischen Martinsgeschichte eine große Rolle: Durch ihr Schnattern haben die Bewohner von Tours den heiligen Martin gefunden, der sich im Gänsestall versteckt hielt, weil er sich das Amt des Bischofs, zu dem ihn die Bewohner machen wollten, nicht zutraute.

Außerdem habe ich mit einem Kindergartenkind als Bettler ein Martinsspiel eingeübt, das wir dann am Wendehammer unserer Straße aufgeführt haben. Dabei gab es natürlich auch ein Martinsfeuer, und die Gänse schnatterten dazu in ihrem Wagen. Den Martin habe ich mit meinem Pferd Maggie selber gespielt. Mit den Kindergartenkindern und ihren Eltern hatte ich vorher auch verschiedene Martinslieder einstudiert, die dann während des Umzuges gesunden wurden. Blechbläser der Musikschule Warendorf zusammen mit meinem Posaunenlehrer Georg Potthoff haben sich bereit erklärt, den Umzug musikalisch zu unterstützen. Die Musiker wurden in einem offenen Anhänger gefahren, den ich mit bunten Laternen geschmückt hatte.“

Was macht ein Pastor?

Victoria, 8A, hat sich in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert:

„Mein soziales Engagement fand in der evangelischen Kirchengemeinde Warendorf bei Pastor Behring statt. In dieser Zeit konnte ich Einblicke in das Tätigkeitsfeld unseres Pastors gewinnen. Ich begleitete, beobachtete und lernte, wie offen und einfühlsam Pastor Behring mit Menschen umgeht. Im Gottesdienst konnte ich den Pastor unterstützen und die Zeremonie mitgestalten, z. B. in Form von Lesungen. Aber vor allem bekam ich eine neue Sichtweise auf den breitgefächerten, auf mich sehr fordernd und anstrengend wirkenden Beruf. Ich traf auf überwiegend ältere Menschen, zu denen ich normalerweise keinen Kontakt hätte. Alle kamen interessiert, freundlich und offen auf mich zu.

Mir gefiel die Vielfalt meiner Aufgaben sehr gut.  Besonders der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde und die Herzlichkeit haben mich beeindruckt. Was mir hingegen nicht gefiel, ist die Vielzahl der schulischen Projekte, die ich bereits in der achten Klasse zur Hilfe meiner Berufswahl absolvieren muss. Denn mir persönlich ist es noch zu früh, mir über meinen späteren Beruf Gedanken machen zu müssen.“

 

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