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Lernen durch Engagement

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Lernen durch Engagement ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Schülern mit fachlichem Lernen verbindet.

Das heißt:

  • Schüler setzen sich für das Gemeinwohl ein.
  • Sie tun etwas für andere oder die Gesellschaft.
  • Ihr Engagement wird im Unterricht geplant, reflektiert und mit den Inhalten der Bildungs- und Lehrpläne verknüpft.

An unserer Schule wird dieses Projekt in der Jahrgangsstufe 8 durchgeführt. Die Schüler sollen Einblicke in ein Tätigkeitsfeld im so genannten Non-Profit-Sektor gewinnen, indem sie z. B. in einem Seniorenheim, einem Kinderheim, einer Bücherei, einer Jugendgruppe ehrenamtlich für einen begrenzten Zeitraum mitarbeiten. Das Projekt verfolgt dabei das Ziel, die Stärken der Schüler in Bereichen zu stärken, die in diesem Ausmaß im normalen Unterricht nicht gefördert werden können: Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Flexibilität.

Das außerschulische Engagement der Schülerinnen und Schüler umfasst ungefähr 20 Zeitstunden. Alle am Projekt beteiligten Schüler führen ein Arbeitstagebuch, in dem sie ihr Engagement dokumentieren und reflektieren. Abschließend bereiten sie eine Präsentation ihrer Tätigkeit und ihrer Erfahrungen vor. Für Engagement, Dokumentation und Präsentation erhalten die Schüler eine anerkennende Zeugnisbemerkung sowie ein Zertifikat der Schule, das sie z. B. bei Bewerbungen einreichen können.

AKTUELL

Präsentation des Projektes „Engagement erleben – Lernen durch Engagement“ am Mariengymnasium Warendorf

Bericht von Cordula Mense-Frerich

Großer Andrang herrschte bei der Präsentation und dem Abschlussfest des diesjährigen Projektes „Engagement erleben – Lernen durch Engagement“ am Mariengymnasium. Viele Eltern zeigten großes Interesse an den Präsentationen ihrer Kinder, die in verschiedenen Räumen vorgestellt wurden. Nach abwechslungsreichen und interessanten Einblicken in die verschiedenen Tätigkeitsbereiche gab es als Belohnung für alle Eis vom Eiswagen auf dem Schulhof. Dabei zeigte sich sogar zaghaft die Sonne und ließ Freude auf den nahenden Frühling aufkommen.
Im Folgenden einige exemplarische Erfahrungsberichte:

Franziska und ihre Entscheidung für den Caritas-Warenkorb in Warendorf:

Mir geht es gut! Ich muss nicht lange überlegen, um sagen zu können: ich lebe in einer normalen Familie, werde jeden Tag satt, gehe in die Schule, darf sogar zwei Instrumente gleichzeitig lernen und bin bei den Pfadfindern in Warendorf aktiv. Unmittelbare Not ist mir eigentlich fremd. Dafür bin ich dankbar. Theoretisch weiß ich, dass es in Warendorf nicht allen so geht wie mir. Auch in Warendorf gibt es Armut. Allerdings sieht man davon wenig, wenn man nicht danach sucht. Bei den Pfadfindern habe ich von der „versteckten“ Armut gehört. So habe ich mit dem Caritas-Warenkorb Kontakt aufgenommen, der mir dann nach einem Vorstellungsgespräch einen Praktikumsplatz angeboten hat. Was ich vorher von der „versteckten“ Armut gehört habe, das hat sich dann in der Praxis bestätigt. ich habe Menschen getroffen, denen das Nötigste zum Leben fehlt und die oft nicht wissen, wie sie ihr Leben weiter planen können. Hier zu helfen und mich zu engagieren hat mich nachdenklich gemacht. aber auch, froh neben der Schule einen kleinen Beitrag zu leisten, dass es anderen ein wenig besser geht. Auch wenn die Hilfe ja oft nur über den nächsten Tag hilft. Es ist aber der erste Schritt.

Paul zieht folgendes Resümee seines Engagements in der Handball-Abteilung der WSU:

Im Rahmen des Projekts „Lernen durch Engagement“ habe ich mich für die Arbeit bei der WSU in der Abteilung Handball entschieden. Diese Einrichtung habe ich gewählt, da ich selbst Handball in diesem Verein spiele und weil ich wissen wollte, ob diese Arbeit auch später neben dem beruflichen Alltag etwas für mich sein könnte. Die Menschen die dort trainieren sind sehr nett und lustig. Mit den Trainern habe ich mich besonders gut verstanden, wodurch diese Zeit natürlich auch nochmal zu einer sehr positiven Erfahrung wurde. Dadurch machte es noch mehr Spaß zu trainieren. Die D-Jugend, welche ich trainierte, war allerdings anfangs nicht sehr aufmerksam bei den einzelnen Übungen. Während des Engagements habe ich Tipps gegeben, Trainingseinheiten geplant, beim Auf- und Abbauen geholfen und bei Ligaspielen gepfiffen. Es hat mir in dieser Einrichtung sehr gut gefallen, da ich mich sehr wohl gefühlt habe. Das lag sicherlich auch daran, dass die Umgebung nicht wirklich fremd für mich war. Mein Verhältnis zu den sehr jungen Sportlern hat sich insofern geändert, als ich gelernt habe, mehr Geduld mit ihnen zu haben und zu verstehen, dass sie nicht alle mit dem gleichen Ehrgeiz trainieren, sondern zum Sport kommen, um viel Spaß zu haben. Das bedeutet im Endeffekt, dass sie auch mal Quatsch zwischen den einzelnen Übungen machen. Mit dieser neuen Erfahrung kann ich sowohl meine eigenen Trainer und ihre Motivation, als auch die sehr jungen Sportler besser verstehen. Ich kann mir gut vorstellen, später selbst eine Mannschaft zu trainieren.

Karina schreibt über ihre Arbeit im Seniorenheim:

„Ich habe neue Erfahrungen gemacht, wie z. B. mit demenzkranken Menschen zu beschäftigen, wie ich es eigentlich noch nicht kannte. Ich habe gelernt, dass ich mich ruhig verhalte und mich nicht sofort aufrege, wenn mich jemand dreimal hintereinander etwas fragt, nur weil er oder sie es wieder vergessen hat. Kurz und knapp kann ich nur sagen, dass es eine Abwechslung war, und ich froh bin, dass wir die Möglichkeit hatten, ein soziales Praktikum zu machen.“

 

 

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