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Der Holocaust im Comic

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Workshop: „Erinnerungen an die Verbrechen gegen die Juden“

Bericht von Adrian Grimpe

Die Shoah – ein Begriff, der eine düstere Geschichte mit sich trägt. Jeder weiß um die Gräueltaten, die an den Juden verübt wurden. Doch welche Gesetze waren es, mit denen die Nationalsozialisten den Juden ihre Rechte raubten? Unter welchen Gesetzen mussten die Juden besonders leiden? Viele solcher Fragen diskutierten Schüler der EF am vergangen Donnerstag bei einem Workshop, der auch als Vorbereitung für die im September anstehende Fahrt nach Krakau diente. Dabei ging es auch um die Frage, wie man die Geschichte der Judenverfolgung in einem Comic darstellen kann.

Viel Unterstützung für die Fahrt nach Krakau

Im September dieses Jahres besuchen 14 Schülerinnen und Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe EF die Stadt Krakau in Polen. Thema ist der Mord an den Juden durch das NS-Regime unter Adolf Hitler. Eine solche Fahrt erfordert viel Vorbereitungsarbeit. Diese leisten die Schüler gemeinsam mit den Lehrern Cordula Mense-Frerich und David Feldkämper, die die Fahrt begleiten. Unterstützt wird das Projekt vom Förderverein des Mariengymnasiums. Dessen Vorsitzender Michael Amsbeck überreichte den Schülern am Donnerstag Exemplare der „Maus“ von Art Spiegelman, ein Comic über das Schicksal eines Holocaust-Überlebenden. Das Besondere an diesem Comic ist, dass die Juden als Mäuse, die Polen als Schweine, die Nazis als Katzen und die Alliierten als Hunde dargestellt werden. Was sich dahinter verbirgt? Das herauszufinden soll Aufgabe der Schüler sein.

Unterstützung bekommt das Projekt aber auch vom Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf. Magdalena Oxfort, Kulturreferentin für Westpreußen, begleitet und organisiert die Fahrt. Sie hielt den Schülern am Donnerstag der vorletzten Woche auch einen Vortrag zur Geschichte Krakaus.

Traurige Erinnerungen einer Überlebenden

Ein wichtiges Thema des Workshops war auch das Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries am Vortag. Die Schüler zeigten große Bewunderung für die Frau, die noch in hohem Alter Schulen besucht und Jugendliche über die Verbrechen in Auschwitz aufklärt. „Ich fand auch beeindruckend, wie ihr einzelne Personen immer wieder Hoffnung gegeben haben, an der sie festhalten konnte“, findet Ansgar Ravensberg. Erwartet hätten sie auch nicht, dass Frau de Vries das Thema mit „solch einer Ruhe“ ansprechen würde. Das zeige, dass sie die Geschehnisse verarbeiten konnte.

Mit gemischten Gefühlen an ein schwieriges Thema

Nach der Organisationsarbeit ging es weiter mit dem geschichtlichen Schwerpunkt des Treffens: der Shoah. Ziel war es, am Ende einen Zeitstrahl der Verordnungen zu erstellen, die von der NS-Regierung gegen die Juden erlassen wurden. Dazu erhielten die Schüler ein Informationsblatt mit Daten. Schwierig war die Frage im Anschluss, welches Gesetz für sie persönlich am schlimmsten wäre. In vielen Punkten war man sich jedoch einig: Das Tragen des Judensterns, der Ausschluss aus dem Volk und die darauf folgenden Deportationen waren die schmerzhaftesten Erniedrigungen, denen die Juden ausgesetzt waren. Trotz der heißen Temperaturen des Nachmittags näherten sich Schüler und Lehrer der Shoah in stillem Mitgefühl für das Leid der Juden. Aber obwohl das Thema immer einen traurigen Beigeschmack hat, so freuen sich die Schüler trotzdem auf die Fahrt nach Krakau, bei der sie auch die Gelegenheit haben werden, die Stadt und das Leben der Polen kennenzulernen.

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