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Als Millionen Deutsche selber Flüchtlinge waren

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Besuch der Sonderausstellung „Angekommen – Die Integration der Vertriebenen in Deutschland“ im Westpreußischen Landesmuseum Warendorf

Bereits im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler des Geschichtsgrundkurses der 12. Jahrgangsstufe (Q2) sich mit der Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches befasst. Mehr als 12 Millionen Deutsche hatten damals ihre Heimat verloren. Die größte Zwangsmigration innerhalb der europäischen Geschichte stellte für die Schüler einen hochspannenden Themenkomplex dar, der aktueller nicht sein könnte. Nach einem einleitenden Vortrag des Vorstandsvorsitzenden der Kulturstiftung Westpreußen, Prof. Dr. Erik Fischer, hatten die Schüler die Möglichkeit, die Ausstellung näher zu erkunden. Die Ausstellung vermittelt durch umfassende Text- und Bildquellen sowie Zitate von Betroffenen und Politikern ein eindringliches Bild der damaligen Geschehnisse.

Schon während des Rundgangs konnten die Schüler alle aufkommenden Fragen sich von einem Zeitzeugen, Siegfried Sieg, und von Prof. Dr. Fischer beantworten lassen. Auf den gemeinsamen Rundgang folgte eine Diskussion mit Prof. Dr. Fischer, bei der die Ausstellung sowohl inhaltlich als auch methodisch unter die Lupe genommen wurde: Die Ausstellung wurde von den Schülern durchweg positiv aufgenommen.

Ein Jahrhundertthema

Der Diskussion schloss sich der Bericht des in Danzig geborenen Zeitzeugen Siegfried Sieg an. Er selbst war als Zehnjähriger aus seiner Heimat unter dramatischen Umständen über Kolberg und Anklam nach Westdeutschland geflüchtet. Die Schilderungen der langwierigen Flucht, bei der der Zwölfjährige seine Mutter verlor und mit seinen beiden jüngeren Schwestern im Waisenhaus landete, bis ihn sein Vater über den Kindersuchdienst des Roten Kreuzes ausfindig machen konnte, faszinierten und berührten die Schüler gleichermaßen. Siegfried Sieg machte deutlich, dass seine Erinnerungen an die damaligen Erlebnisse durch die aktuellen Bilder von Flüchtlingslagern und Flüchtlingsströmen erneut hervorgerufen würden. Er könne gut nachempfinden, was die heutigen Flüchtlinge erleben müssen.
 

Die Schüler sowie die begleitende Lehrerin, Cordula Mense-Frerich, empfanden den Museumsbesuch sowie den anschließenden Zeitzeugenbericht als eine bereichernde Erfahrung, die allen eine bessere Vorstellung von Flucht und Vertreibung verschafft hat.
 

Flucht und Vertreibung: ein Jahrhundertthema – unter dem folgenden Link können Sie eine entsprechende Handreichung der LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG einsehen und downloaden:

 

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